Gewalt verhindern, bevor sie entsteht

Namhafte Persönlichkeiten habe ihre Teilnahme beim 1. Linzer Symposium für Persönlichkeitsbildung und Gewaltprävention zugesagt. Jetzt sind die Gesellschaft und insbesondere Sie gefragt.

Die Veranstaltung

  • Wann: 22. Oktober 2026, 13:00 – 19:00 Uhr
  • Wo: OÖNachrichten Forum, Promenade 23, 4010 Linz
  • Leitfrage: Wer erzieht die Zukunft?
  • Ziel: Entwicklung des Linzer Manifests zur Gewaltprävention
  • Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Anmeldung: Es ist eine Anmeldung erforderlich. Link zur Anmeldung >>

Wer erzieht die Zukunft? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Symposiums zur Gewaltprävention am 22. Oktober im OÖNachrichten Forum in Linz. Namhafte Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und fachlichen Bereichen haben ihre Teilnahme bereits angemeldet. Das unterstreicht die Bedeutung eines Themas, das längst nicht mehr auf Polizei, Justiz oder einzelne Bildungseinrichtungen reduziert werden kann.

Das Linzer Manifest zur Gewaltprävention

Im Mittelpunkt des Symposiums steht ein Vorhaben mit nachhaltigem Anspruch: das Linzer Manifest zur Gewaltprävention. Es soll nicht als fertige Erklärung einer einzelnen Organisation entstehen. Es soll aus dem Dialog unterschiedlicher Menschen und Fachrichtungen entwickelt werden.

Denn Gewalt hat viele Ursachen – und ebenso viele Ansatzpunkte für Prävention.

Gewalt beginnt nicht erst mit dem Schlag

Ein zentraler Gedanke des Symposiums lautet: Gewalt ist das Symptom und nicht die Ursache.

Prävention muss deshalb früher ansetzen. Bei Kindern und Jugendlichen, bei Beziehungen, bei Selbstwert und Orientierung, bei der Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen und zu steuern, Grenzen zu erkennen und zu respektieren, Konflikte auszutragen und Verantwortung zu übernehmen.

Genau hier knüpft auch der Gedanke des Beitrags „Recht und Emotionen: Wie Liebe, Hoffnung und Wut unsere Gesetze prägen“ von Dr. iur. Elif Askin an. Recht und gesellschaftliches Handeln entstehen nicht ausschließlich aus rationalen Überlegungen. Auch Emotionen wie Liebe, Hoffnung und Wut können gesellschaftliche Entwicklungen und politische Entscheidungen prägen.

Entscheidend ist daher nicht, Emotionen aus dem gesellschaftlichen Leben herauszuhalten. Entscheidend ist, wie wir mit ihnen umgehen – ob sie von Vernunft, Erfahrung und ethischer Verantwortung geleitet werden.

Für eine moderne Gewaltprävention ist das von großer Bedeutung.

Ein Kind muss lernen, mit Enttäuschung umzugehen. Ein Jugendlicher muss lernen, Kränkung auszuhalten, ohne andere abzuwerten. Menschen müssen lernen, Konflikte auszutragen, ohne Gewalt als Lösung zu betrachten. Sie müssen erkennen können, wann Charme in Manipulation übergeht, wann Gruppendruck entsteht und wann persönliche Grenzen überschritten werden.

Persönlichkeitsbildung wird damit zu einem wesentlichen Bestandteil von Gewaltprävention.

Unterschiedliche Blickwinkel sind ausdrücklich erwünscht

Was eine Pädagogin erlebt, sieht die Polizei möglicherweise anders. Eltern haben andere Erfahrungen als Jugendhilfe oder Sozialarbeit. Vereine und Sportorganisationen kennen wiederum andere Situationen als Schule und Kindergarten. Psychologie, Justiz, Wissenschaft, Medien und Politik bringen jeweils eigene Perspektiven ein.

Keine dieser Sichtweisen kann allein die gesamte Wirklichkeit abbilden.

Je mehr unterschiedliche, aber ideologiefreie Perspektiven in den Entstehungsprozess einfließen, desto umfassender und aufschlussreicher kann das Manifest werden.

Deshalb geht es ausdrücklich nicht darum, bereits vorhandene Antworten lediglich zu bestätigen. Es geht auch um Widerspruch, Erfahrung und kritische Fragen:

  • Was können wir früher erkennen?
  • Was brauchen Kinder und Jugendliche tatsächlich?
  • Was können Eltern, Bildungseinrichtungen, Vereine, Behörden, Polizei, Justiz und Politik beitragen?
  • Und welche Maßnahmen sind tatsächlich wirksam?

Das Linzer Manifest soll daraus einen gemeinsamen Orientierungs- und Handlungsrahmen entwickeln.

Von der Erkenntnis zum konkreten Handeln

Das Ziel ist kein weiteres theoretisches Papier und keine politische Wunschliste. Das Manifest soll Verantwortung sichtbar machen und konkrete Handlungsmöglichkeiten benennen.

Dabei geht es um eine einfache, aber anspruchsvolle Frage: Wer kann was beitragen und was können wir jetzt beginnen?

Die Grundidee lautet:

Kinderbildung als Eigenschutz. Erwachsenenbildung als Kinderschutz.

Denn Gewaltprävention beginnt nicht erst dort, wo Gewalt sichtbar wird. Sie beginnt dort, wo Menschen lernen, mit sich selbst, mit ihren Emotionen und mit anderen verantwortlich umzugehen.

Das Symposium am 22. Oktober soll deshalb nicht das Ende eines Prozesses sein. Es soll dessen Ausgangspunkt werden. Die Beiträge und Erfahrungen der Teilnehmer sollen in die weitere Ausarbeitung des Linzer Manifests zur Gewaltprävention einfließen

Jeder Blickwinkel zählt

Die bereits zugesagten namhaften Teilnehmer zeigen: Das Interesse ist groß. Jetzt kommt es darauf an, den Kreis möglichst weit zu öffnen.

Je vielfältiger die Beteiligung, desto größer die Chance, blinde Flecken zu erkennen.

Wer Gewalt nachhaltig verhindern will, muss bereit sein zuzuhören – auch anderen Sichtweisen, anderen Erfahrungen und manchmal auch unbequemen Fragen.

Das Linzer Manifest soll deshalb nicht von wenigen für viele geschrieben werden.

Es soll von vielen für die Zukunft unserer Gesellschaft entstehen.
22. Oktober 2026, 13:00–19:00 Uhr, OÖNachrichten Forum, Promenade 23, 4010 Linz
Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung erforderlich.

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Veranstaltungshinweis

1. Linzer Symposium

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